Costa Ricas Paradies – Peninsula Osa

Ganadito/Bahia Drake, 25.3.2025

Vogel an der Finca Puiesta del Sol

Wir raffen uns dazu auf, die Finca Puesta del Sol zu verlassen. Natürlich nicht, ohne noch einmal ausgiebig morgens zum Sonnenaufgang die Vögel und Schmetterlinge zu bewundern, vor allem die Kolibris, die so winzig wie eine Biene sind. Maritza, Ramón, und ihre Kinder Sami und Gabriel, unsere sehr fürsorglichen Gastgeber, schenken uns zum Abschied noch einen Liter eisgekühlten, selbstgemachten Saft aus Jamaika-Blüten, der zwar zuckersüß, aber sehr erfrischend ist.

Wir werden die nächsten Tage auf Osa bleiben und die heutige Etappe ist nur 34 Kilometer kurz. Doch für die relativ gute Piste durch den Dschungel brauchen wir mehr als 2 Stunden. Es geht überwiegend sehr steil rauf und runter durch dichten primären Regenwald, manchmal auch direkt am Mangrovensumpf entlang. Zwei kleine Furten sind dabei, jetzt in der Trockenzeit kein Problem. Passend zur Umgebung fällt auch etwas Regen. Eine echte Genussstrecke und ein tolles Erlebnis.

Dschungelpiste auf Ola
Rio Sierpe
Durch den Mangrovenwald auf dem Weg zum Playa Ganadito

Mittags sind wir schon am Ziel. Am Campingplatz Ganadito Playa endet die Zufahrt am Meer. Am anderen Ende der Bahia Drake sehen wir die Dächer des abgelegenen Ortes Agujitas de Drake, von wo aus der Touristenmagnet Corcocado Nationalpark erreicht werden kann. Hier gibt es im Dschungel mittlerweile sehr edle Lodges und natürlich auch einen kleinen Flugplatz. In der Bucht ankert eine luxuriöse, riesige Motoryacht. Doch von all dem bekommen wir auf unserem rustikalen Campingplatz, der nur Klo und kalte Dusche bietet, nichts mit. Wir sind mal wieder die einzigen Gäste, erst am Abend kommt noch ein Leihjeep mit Dachzelt. Yoda steht unter Palmen auf dem Sandstrand, an den die starke Brandung donnert. Einfach perfekt.

Playa Ganadito

Ein Spaziergang am Strand entlang führt mich zur Mündungslagune des Rio Drake, ein richtiges Paradies für viele Rote Aras. Allerdings bezahle ich den schweißtreibenden Ausflug mit unzähligen Stichen der sehr eifrigen Sandflöhe. Am späten Nachmittag setzt kurzzeitig Regen ein, trotzdem bleibt es mit 32 Grad schwül-heiß und es ist ganz egal, ob man vom Regen oder Schwitzen nass wird. Das gehört wohl zum Dschungelfeeling und ist eine interessante Erfahrung, doch für mich ist dieses tropische Klima auf Dauer nichts. Ganz großes Kino ist der Sonnenuntergang, der den bewölkten Himmel in glutrotes Licht taucht, dramatisch untermalt vom Donnern eines fernen Gewitters.

Sonnenuntergang am Playa Ganadito

Playa Rincon/San Josecito, 26./27.3.2025

Unseren Tagesrhythmus haben wir schon lange an den Lauf der Sonne angepasst. Die schönste Zeit ist kurz vor Sonnenaufgang, wenn die Nacht in den Tag übergeht, der Himmel sich langsam blau-rosa verfärbt und die Vogelstimmen erwachen. Auch heute früh um 5 Uhr ist die Stimmung am Meer unbeschreiblich. Was für ein Privileg, so frei wie wir in der Natur leben zu können.

Auch unsere heutige Etappe ist kurz, lächerliche 21 Kilometer. Nach ein paar Minuten Autofahrt und einer lustigen Flussquerung sind wir schon im kleinen Ort Agujitas de Drake, der völlig auf den Tourismus eingestellt ist, es gibt die üblichen Tourenanbieter und ATV-Verleiher. Alles ist aber noch sehr einfach. Die Straßen sind nicht geteert, es gibt keine Bars oder größere Hotels, nur simple Hostels oder Cabanas im Dorf oder aber teure Lodges außerhalb. Für die typischen Strandurlauber, die tagsüber im Sand liegen und abends in Lokalen abhängen, ist die Gegend wohl einfach zu abgelegen und „unterentwickelt“. Im Obst-und Gemüseladen ergänzen wir unsere Vorräte, die benachbarte Bäckerei lockt mit Kuchen und frischem Baguette. Die Versorgung läuft hier ausschließlich über die Bootsverbindung mit Sierpe.

Einkauf in Agujitas de Drake
Fahrt von Bahia Drake nach Playa Rincon

Die gute Piste verläuft steil hoch und runter über die Hügel, entlang kleiner Farmen mit Rinderweiden oder durch Wald. Eine Hängebrücke führt über den Rio Aguitas. Zwei weitere Furten von Dschungelbächen sind zu queren, bei dem momentan geringen Wasserstand pures Vergnügen. Dann geht es am Rand des winzigen Ortes San Josecito auch schon steil 70 Meter runter zum knallblauen Meer. Hier am Playa Rincon endet die Piste an der schönsten Schule, die wie je gesehen haben. Winzig mit Platz für 5 Kinder, liebevoll bemalt und direkt dahinter erstreckt sich ein wunderbarer Sandstrand mit Palmen, begrenzt von Dschungel.

Mini-Schule am Playa Rincon

Unser heutiger „freier“ Stellplatz hier ist mal wieder ein echter Volltreffer. Und natürlich muss der Parkplatz für Yoda sorgfältig ausgewählt werden. Unmittelbar unter einer Kokospalme sollte man auf keinen Fall parken oder sitzen . Ohne Scherz, das ist lebensgefährlich.

Am Strand verläuft ein beliebter Wanderweg, der 10 Kilometer lange Camino Drake, daher passieren ein paar Gruppen unseren Stellplatz. Von hier aus werden auch einige Lodges angesteuert, die nur nach kurzem Fußweg über den Strand erreichbar sind. Das Gepäck, aberwitzig große Rollenkoffer, transportieren dann Pferde oder Träger. Für uns natürlich ein gefundenes Fressen zum Ablästern. Ansonsten vergeht die Zeit mit Baden, dem Beobachten der großen Aras in den Bäumen über uns und süßem Nichtstun. Das Leben könnte so schön sein, wenn uns nicht die winzigen Sandflies so sehr quälen würden. Nachts ist es unerträglich stickig, obwohl sämtliche Fenster und sogar die Dachklappe offen sind.

Playa Rincon

Trotzdem bleiben wir noch einem weiteren Tag, denn uns lockt die Wanderung durch den Regenwald entlang der Küste. Wir starten morgens um 8 Uhr. Direkt von unserem Stellplatz aus führt ein wurzelig-schlammiger Pfad oberhalb der felsigen Strandlinie durch den Dschungel. Ein toller, uriger Weg bergauf und -ab. Mal mit einer Bachüberquerung oder etwas Kraxeln über Felsen verbunden, doch immer harmlos. Aber man kommt nur langsam voran. Wir sehen Affen, Aras, Nasenbären, Eidechsen, Krabben, jede Menge Blattschneideameisen und herrliche Schmetterlinge. Der dichte primäre Regenwald mit seiner Pflanzenvielfalt ist unglaublich schön, wir wandern unmittelbar an der Grenze des Corcovado Nationalparks, so dass hier noch die ursprüngliche Natur zu sehen ist. Natürlich fließt in der feuchten Hitze der Schweiß in Strömen. Unsere Kleidung ist so nass, als wären wir durch Regen gelaufen.

Wanderung im Dschungel bei Playa Rincon

Wir passieren einige halb verfallene Gebäude an einem Strand und wenig später eine biologische Forschungsstation. Nach gut 2 Stunden und 4 Kilometern erreichen wir die Jaguar Lodge in einer einsamen Bucht mitten im Urwald. Die sehr schöne Anlage aus Bungalows und dem Restaurant ist nur zu Fuß oder per Boot erreichbar. Die exklusive Abgeschiedenheit hat ihren Preis, rund 150 Euro kostet die Übernachtung pro Person. Vor ein paar Jahren war dies noch eine Backpacker-Unterkunft mit Camping und Hostel. Wir genießen jedenfalls den Luxus einer eiskalten Cola auf der Veranda, ehe es weitergeht.

Jaguar Lodge – Pura Vida
Überraschung – Tapir mitten auf dem Wanderweg

Der Weg wird nun breiter und einfacher zu laufen, wir erwarten gar nicht, nun noch irgendwelche Tiere zu sehen. Plötzlich steht wenige Meter vor uns ein großer Tapir. Das Tier ist überhaupt nicht scheu und lässt sich in aller Ruhe bewundern, ein schönes Erlebnis.

Mitten im Regenwald und nur mit Geländewagen zu erreichen, liegt die Corcovado Wilderness Lodge, an der unser Wanderweg vorbei geht. Noch so eine Nobelherberge, für schlappe 1200 € die Nacht. Ganz so unberührt ist also auch diese entlegene Ecke des Landes nicht. Leider wandern wir nun die letzten Kilometer auf einem breiten Forstweg. Fast wie im heimischen Odenwald, nur gibt es hier Affen statt Eichhörnchen in den Bäumen.Nach 10 Kilometern und 3 Stunden Laufzeit sind wir wieder an „unserem“ Strand. Im Laufe des Nachmittags wird die Hitze immer drückender und abends regnet es dann.

Finca Los Dinos, 28./29.3.2025

Bis zum späten Nachmittag bleiben wir noch am Playa Rincon. Nachts hatte es heftigen Regen gegeben, der jedoch keine Abkühlung gebracht hatte. Im Gegenteil, heute sind aufgrund der Feuchtigkeit die Sandflies aktiver denn je. Eigentlich kann man sie nur dann austricksen, wenn man im Meer badet.

Die schon bekannte Piste geht es wieder zurück bis Agujitas de Drake. Die Furten haben etwas mehr Wasser, aber alles kein Problem.

Locker drauf sind aber die beiden amerikanischen Jungen, die eine Furt zu Fuß erkunden und fröhlich ohne ein Zeichen an uns vorbeilaufen. Wie gut, dass wir am anderen Ufer vorsichtshalber warten, da der Bach hier eine enge Kurve macht und die Furt nicht einsehbar ist. Denn schon kommt in einem Affentempo das zugehörige Auto der beiden abgebraust. Das hätte gut gekracht.

Am Bootsanleger in Agujitas de Drake schauen wir zu, wie die Wassertaxis voller Touristen ankommen. Trotz der hohen Preise sind die Boote voll, die 15minütige Fahrt bis Playa Rincon kostet stolze 18 Dollar.

Farmland auf der Peninsula Osa

Über die Hauptpiste queren wir die Halbinsel. Bis auf ca. 400 m Höhe geht es hinauf, die Steigungen sind irrsinnig steil. Wir kommen uns vor wie auf einer Achterbahnfahrt. Teilweise ist die Piste hier geteert, ansonsten sind diese Passagen stark ausgefahren. Für Fahrzeuge ohne 4×4 ganz schön rutschig und in der Regenzeit bestimmt nicht fahrbar.

Bis auf die Mangrovensümpfe am Rio Sierpe und das große Naturreservat Corcovado sind die Flächen landwirtschaftlich genutzt, entweder als Weideland für Rinder oder mit Bananen-, Ananas-, Kakao-und Palmölplantagen. Ortschaften gibt es nur selten und dann sind es nur ein paar Häuser. Auf der dem Festland zugewandten Seite der Halbinsel erreichen wir am Golfo Dulce wieder die Asphaltstraße und größere Siedlungen. Sogar einen Supermarkt gibt es.

Vor Puerto Jeminez fahren wir von der Hauptstraße ab in die Hügel hinauf zum Grundstück von Karsten und Steffi. Die beiden jungen Auswanderer aus Deutschland sind dabei, sich auf einem 4ha großen Gelände am Ende eines Feldweges ein Zuhause aufzubauen. Während ihrer Overlanderfahrt ab 2019 von Kanada nach Süden sind sie in der Covidpandemie mehrere Jahre in Mexiko hängengeblieben und haben beschlossen in Zentralamerika sesshaft zu werden. Erst vor 2 Monaten haben sie Zwillinge bekommen. Momentan sind die Eltern der beiden für mehrere Monate zur Unterstützung hier, sie helfen beim Hausbau und mit der Betreuung der Babies. Steffi arbeitet online, ein finanzielles Standbein soll auch ein Campingplatz werden, der im Aufbau ist. Das sind sehr nette und interessante Leute, mit denen wir uns abends unterhalten.

Fingerlange Raupe an der Finca Los Dinos

Der Platz von Steffi und Karsten ist auch Heimat vieler Wildtiere. Brüllaffen, Kapuzineraffen und Weißkopfmakaken turnen umher. Abends sind ein paar winzige Schlangen unterwegs. Viele Kolibris, Tukane und vor allem große Aras sind zu sehen. Und die Leitung, die wir am Stellplatz aus dem Fenster zu unserer Starlink-Antenne hängen, dient wieder etlichen Ameisen als Leiter in unsere Auto. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen.

Auf die Tour durch den Corcovado Nationalpark verzichten wir. Zwar ist das große Schutzgebiet, das ca. ein Drittel der Halbinsel umfasst, berühmt für seine weltweit einmalige Artenvielfalt, doch es wird auch natürlich extrem vermarktet. Anderenfalls wäre es vielleicht als Schutzgebiet nicht zu bewahren.

Erreichbar ist der Park nur mit Boot, Flugzeug oder mehrstündigen Fußmarsch. Im Park darf man ohne Guide nur nur einen Tag bleiben und einen einzigen Wanderweg von wenigen Kilometern bis zum Visitorcenter benutzen. Ansonsten ist ein zertifizierter Guide obligatorisch, dadurch kostet der Besuch mindestens 120 US-Dollar pro Person und Tag. Man muss den Eintritt mehrere Tage im Voraus buchen. Eine Übernachtung im Park ist möglich, aber ebenfalls sehr teuer. Lebensmittel oder Wasser müssen im Park zu sehr hohen Preisen gekauft werden. Und wie man uns sagte, sieht man letztlich die gleiche Fauna und Flora wie in den Randgebieten am Playa Rincon.

Spontan bleiben wir noch einen weiteren Tag bei Steffi und Karsten. Es ist noch ein Overlander-Paar auf dem Platz. Carola und Martin aus Amsterdam haben von Argentinien aus mit ihrem Mercedes Transporter Südamerika bereist und sind auf dem Weg nach Mexiko. Da gibt es natürlich unendlich viel zu erzählen. Außerdem ist es immer sehr schön Leute zu treffen, die unsere Einstellung zum Leben auf Reisen teilen. So vergeht der Tag mit anregenden Gesprächen und einem kräftigen Tropenregen viel zu rasch.

Playa Carate, 30.3.2025

Heute werden wir weiter nach Süden fahren bis zum Ende der Piste am Playa Carate. Dort beginnt dann der Fußweg zum Nationalpark.

Aber zunächst verbringen wir noch einen sehr schönen Vormittag auf der Finca Los Dinos. Karsten führt alle Gäste über einen Teil des weitläufigen Grundstücks. Ein wahres Schlaraffenland, denn hier wachsen die köstlichsten Früchte quasi direkt in die Hand. Wir alle werden mit Ananas und Bananen beschenkt und sitzen später hei einem selbstgebrauten Ananas-Cidre auf der Terrasse vor der Wohnkabine von Karsten und Steffi und erzählen und erzählen. Es fällt echt schwer, von unseren beiden wunderbaren Gastgebern aufzubrechen. Was für ein Geschenk ist es, so tolle Menschen kennen zu lernen. Mit Carola und Martin verabreden wir uns für heute Nachmittag am Playa Carate.

In Puerto Jimenez füllen wir im Supermarkt unsere Lebensmittel auf. Der Ort ist ganz nett für eine Mittagspause am Hafen.

Piste zum Playa Carate
Playa Carate

Einige Kilometer weiter südlich hört der Asphalt auf und eine zunächst breite und später einspurige Piste beginnt. Es gibt zahlreiche Lodges entlang der Piste, die aber versteckt irgendwo im Wald liegen. Über weite Strecken geht es durch Weideland, die letzten Kilometer aber mit vielen Kurven durch primären Regenwald. Das macht richtig Spaß, einfach herrlich. Der Playa Carate ist ein wilder schwarzer Sandstrand mit Palmen und einer sehr starken Brandung. Hier gibt es keine Häuser mehr, totale Einsamkeit – Ende der Welt.

Carola und Martin sind schon vor uns da, wir parken unter den Bäumen auf festem Sand mit Blick auf die Brandung. Was für ein toller Platz, außer uns ist kein Mensch hier. Zum Sonnenuntergang gibt es einen langen Strandspaziergang zu fünft, denn Lola, der große Hund von Carola und Martin, ist auch dabei. Es ist echt rührend, wie sie voller Freude um uns herumspringt, als wir am Strand auftauchen. Offensichtlich gehören wir für sie schon zur Herde.

Strandspaziergang mit Carola und Martin

Die Stimmung am Strand ist wunderbar. Durch die Gischt bilden sich Nebel über dem Sand, die Sonne versteckt sich hinter violetten Wolken, dahinter erheben sich die steilen Hügel des Regenwaldes. Eine richtige Urzeitlandschaft.

Playa Matapalo, 31.3.2025

Wer hätte das gedacht? Wir sind echte Strandmenschen geworden. Nur eine Stunde Fahrzeit und 28 Kilometer sind es zu unserem neuen Übernachtungsplatz.

Zuvor haben wir uns aber am späten Vormittag von Martin, Carola und Hund Lola verabschiedet. Die drei sind wirklich supernett. Wir haben uns so gut verstanden, als ob man sich schon ewig kennen würde. Vielleicht sehen wir uns irgendwann irgendwo wieder, das wäre sehr schön. Es geht also zurück auf der Piste durch Dschungel und Weideland. Doch bei Pan Dulce biegen wir auf einen einspurigen Weg zum Meer hinunter ab.

Karsten und Steffi hatten uns diese abgelegene Ecke empfohlen. So finden wir mit viel Glück und guten Tipps der Locals immer wieder die versteckten Paradiese, die es auch im supertouristischen Costa Rica Gott sei Dank hier auf Osa noch gibt. Vorausgesetzt man hat ein geländegängiges Fahrzeug und kann unabhängig von irgendwelcher Infrastruktur „wild“ übernachten. Dank Yoda und unsererArt langsam zu reisen, genießen wir eine unglaubliche Freiheit. Pura Vida.

Playa Matalpo

Die enge Piste zur Bucht von Matalpo ist nur ratsam für kleine 4×4-Fahrzeuge mit Bodenfreiheit und geübten Fahrer. Sehr viele tiefe Löcher, Rillen und dicke Steine bringen auch Yoda zum Tanzen. Aber was für eine traumhafte Strecke entlang am Meer durch den Regenwald. Erstaunlicherweise stehen hier massenweise Lodges und noble Villen versteckt im Dschungel, trotz der schwierigenZufahrt. Wohlhabende Amerikaner wohnen hier.

Es herrscht auch relativ viel Verkehr. Grund dafür sind die besten Surf-Brecher des Landes, die an diesen Strandabschnitt donnern. Ab und zu führen sandige Stichwege ans Meer. An einer dieser traumhaften Mini-Buchten unter Palmen parken wir Yoda und machen uns auf den kurzen Weg zum Wasserfall King Luis. Ein paar hundert Meter geht es noch auf der Piste entlang, dann wandern wir auf einem steilen, schmalen Pfad oberhalb eines Baches und klettern schließlich mit Hilfe eines Seils herunter zum Wasserfall, der in einem kleinen Becken endet und den Bach speist.

In der schwülen Hitze bei 33 Grad kommen wir komplett durchgeschwitzt dort an. Leider ist der Wasserfall zurzeit trocken, doch im Basin kann man sich wenigstens etwas abkühlen. Vorausgesetzt, dass etwas brackige Wasser und die darin lebenden Krebse stören nicht. Mittags sind wir wieder an unserem wilden Robinson -Strand und beschließen spontan hier zu bleiben.

Ara als Frühstücksgast

Bei Ebbe tummeln sich Surfer auf den Wellen. Das hier sind echte Könner, die elegant die Brecher hoch und runter gleiten. Auf dem Sand zu unseren Füßen sind Heerscharen von Krabben in allen Größen unterwegs. Abends strömen sie in Knäueln aus dem Unterholz, schon fast etwas gruselig. Die Strandmüllabfuhr frisst systematisch alles auf, was im Weg liegt. Um Leckerbissen, wie die Reste unserer Avocado, wird sogar gekämpft. Über uns hinweg und über die Wellen gleiten Pelikan in Staffelformation. Die kunterbunten Roten Aras hocken in den Katappenbäumen über uns, plündern die mandelartigen Früchte und machen ein unglaubliches Gezetter. Von den Kokospalmen halten wir Abstand, denn ab und zu plumpst eine kopfgroße Nuss zu Boden, richtige kleine Bomben. Es gibt also genug zu sehen. Am späten Nachmittag überrascht es uns, wie hoch die heftigen Wellen bei Flut steigen. Das Wasser umspült die Palmen und schwappt sogar über den Sandwall bis auf die Piste, wir sitzen wir auf einer Insel. Toll! Schöner als dieses einfache Nomadenleben mitten in der Natur geht es nicht mehr.

Finca Puesta del Sol, 1.4.2025

Wir machen uns auf den Weg nach Norden. Über die Piste geht es zurück nach Puerto Jeminez, wo wir im Supermarkt einkaufen. Über die Hauptstraße fahren wir nach Playa Palma. Dort am Kiesstrand genießen wir kühlen Joghurt und guten Kuchen, eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Tomaten-Avocado-Mix mit Tortillas. Das Meer ist hier am Golfo Dulce ganz ruhig, aber ohne die tosende Brandung des Pazifik auch etwas langweilig.

Spannender wird dann die Calle San Juan, auf die wir etwas später bei Alto San Juan abbiegen. Durch Farmland führt uns die rauhe Piste in gewohnten extremen Steigungen mit vielen ausgewaschenen Rinnen und Schlaglöchern hinauf in die Berge der Halbinsel bis zur Finca Pueste del Sol, wo wir vor einer Woche unsere Rundfahrt über die Peninsula Osa begonnen haben. So schließt sich der Kreis. Ramón und seine Familie begrüßen uns so herzlich wie alte Freunde. Es ist so, als würden wir heimkommen.

Für uns ist Osa der schönste Teil Costa Ricas, Trotz des Nationalpark-Tourismus und der vielen Lodges gibt es hier noch viele ursprüngliche Gegenden zu entdecken mit einer traumhaften Natur. So muss dieses wunderschöne Land früher einmal überall gewesen sein, Osa ist das letzte Paradies.