Rűckblick

Kanada – unser Ziel ist erreicht

Nun ist also unsere große Wanderung zu Ende. Mit dem Zug fährt Speedy 16 lange Stunden ins knapp 1000 km entfernte Seattle. Nach 2 Tagen in der Großstadt wird es zuviel – zuviele Autos, zuviel Lärm, zuviele Menschen. Ein wunderbarer Zufluchtsort für 3 Tage ist da ein einsamer Zeltplatz direkt am Meer auf der nahen Bainbridge Island. Auch Dreamwalker kann sich noch nicht von der Natur so ganz trennen und fährt zum Wandern nach Kanada in den Banff Nationalpark, erst danach nach Vancouver.  Wir treffen uns dann in Seattle, von dort geht es am 30.9. zurück nach Frankfurt. Nun wird aus Dreamwalker wieder Sanne und Speedy heißt wieder Annette.

Natürlich gehen nun unsere Gedanken zurück an dieses unvergleichlich Erlebnis. Immerhin hat sich für uns seit der ersten Idee zu unserem großen Abenteuer ungefähr ein Jahr lang intensiv unser Leben mehr oder weniger um den CDT gedreht.

Eigentlich war der Aufbruch von zu Hause, aus der Behaglichkeit und Sicherheit  in das große Unbekannte, und dann das unweigerliche Ende der Wanderung an der kanadischen Grenze, der Abschied von diesem herrlichen, freien Leben mitten in der Natur, das Schwerste.

Die Rückkehr in den heimatlichen Alltag wird also nicht leicht sein, der Kontrast zur „realen“ Welt ist einfach zu groß – auch wenn wir natürlich den Komfort der Zivilisation gerne genießen: ein weiches Bett, gutes Essen und nicht zuletzt – Toilettenpapier, dass nicht rationiert ist!

Aber die Erinnerungen an diese so intensive Zeit werden uns dabei helfen.

Wir sind wirklich den gesamten CDT in einer Wandersaison gelaufen und damit echte „thruhiker“ geworden. Dabei waren wir anfangs gar nicht so sicher, ob wir das schaffen können. War das nicht alles eine Nummer zu groß? Fast alle anderen Hiker sind vorher den Pacific Crest Trail gegangen. Und wir haben uns als ersten Longdistancetrail direkt für den CDT entschieden, der als schwerster der Langstreckentrails in den USA gilt. Erst nachdem wir Colorado hinter uns hatten, waren wir uns ziemlich sicher, den Trail auch bis zum Ende laufen zu können. Wenn nun jemand fragte, wohin wir wandern, lautete unsere selbstbewußte Antwort: „Wir gehen nach Kanada.“

Für eine Langstreckenwanderung sollte man war einigermaßen fit sein, aber man muss kein „Supersportler“ sein. Mindestens eben so wichtig sind Disziplin und der Wille, sein Ziel zu erreichen, also ein gehöriges Maß an Sturheit. Davon haben wir zwei Holzköpfe mehr als genug. Und dann braucht man noch schlicht und einfach Glück. Und wir haben so viel davon gehabt! Keine Krankheiten, keine ernsthaften Verletzungen, kaum Schnee, fast nur gutes Wetter. So viele Menschen, die uns in irgendeiner Form geholfen haben. Das Mutter-Tochter-Team hat sich zusammengerauft und versteht sich noch immer gut – meistens jedenfalls. Mehr als genug Gründe, um dankbar zu sein für dieses Erlebnis.

„…. it’s just walking“ und genau das haben haben wir gemacht….

– jeden Tag bei Sonnenaufgang aufstehen und bis zum Abend laufen, laufen, laufen … –

  • 154 Tage (davon 125 Tage auf dem Trail) und rund 4000 km
  • im Durchschnitt 32 km pro Wandertag, manchmal auch nur 25 oder aber sogar 50 km
  • durch Wüsten, Hochgebirge, Wälder, Canyons und Prairien
  • unter knallblauem Himmel oder bei Hitze, Schnee, Sturm und Gewitter
  • über schmale Pfade, Sumpf, Schneefelder, Geröll, Forststraßen oder Highways.

Wir haben dabei viele Wildtiere gesehen, beim Cowboycamping das Sternenzelt bewundert und während des Frühstücks im Schlafsack die Sonnenaufgänge. Nur 19 Nächte haben wir während der ganzen Zeit nicht in der Natur geschlafen, sondern in einem richtigen Bett.

Yes, we are strong hikers!

In den winzigen Provinzstädtchen des Mittleren Westen konnten wir ein Amerika kennenlernen, wie man es als „normaler“ Tourist wohl kaum erlebt. Sehr traditionell und national, aber von einer unglaublichen Offenheit und selbstverständlichen Hilfsbereitschaft den Wanderern gegenüber. Große Armut in New Mexico, protziger Reichtum in Colorado, Cowboy-Stolz neben trostlosen Indianerreservaten in Wyoming und Montana … Wir haben aber auch ein Land gesehen, dass sehr pessimistisch in die Zukunft blickt und von seinen Politikern bitter enttäuscht ist. Mit Bewunderung und Hochachtung wird dagegen über Deutschland gesprochen. Interessanter Perspektivenwechsel für uns.

Ganz zum Schluss wollen wir vor allem noch eines sagen:

 

DANKE – an unsere Familie, die uns hat in die Ferne ziehen lassen, auch wenn es nicht leicht war, uns fürsorglich zu jeder Zeit unterstützt hat und uns einen so wunderbaren Empfang bereitet hat. Danke auch an alle Freunde, die uns die Daumen gedrückt haben.

DANKE – an alle, die unsere guten Begleiter auf Etappen unserer Wanderung waren, vor allem:

  • Ranger, der es 6 Wochen in Idaho/Montana bis nach Kanada mit uns ausgehalten hat, immer geduldig und zuvorkommend, ein toller Trailbuddy, von dem wir viel über Natur und Tierwelt gelernt haben. Und Gallant, in New Mexico und dann die letzten vier Tage bis Chief Mountain dabei. Stets gut gelaunt, voller Ideen und Zukunftpläne. Ihr beide seid unsere Freunde geworden und habt unseren Trailalltag wirklich bereichert.
  • Noday, Liminal, Deepwater und Candyman, unsere Freunde auf den ersten Trailwochen in New Mexico, die wir dann in Montana zufällig wieder getroffen haben.
  • Lightfoot und Cracker
  • Ponywisperer und Jupiter
  • Man in Black und Flyfish
  • Earl Grey
  • Kodachrome
  • Nemo
  • Hurricane, Ben, Bamboo und Shaman
  • Footprint und Lapsang
  • Anker, Alive und Sidupchuck
  • 7 o’clock, Snakefarm, Patrick, Orange, Swizzmonkey
  • und nicht zuletzt Atlas… it’s just walking …
Dreamwalker, Gallant, Ranger und Speedy
Dreamwalker, Lightfoot, Jupiter und Ponywisperer
Footprint, Cracker, Lightfoot, Dreamwalker, Lapsang
N.N., Cloud, Liminal, Noday, Squirrel, Candyman, Speedy, Dreamwalker, Gallant, Deepwater
Anker
Sidupchuck
Atlas
Man in Black

DANKE -an die großartigen Trailangel und an alle, die uns mit dem Auto mitgenommen oder uns mit Wasser und Proviant versorgt haben, stellvertretend hierfür: 

  • Jenny und Gerry für den Kaffee, Zeltboden und viele nette Gespräche
  • Nita, die gute Seele des Toasterhouse
  • Big Red Ridinghood, großartiger Trailangel am Wegrand mit allen Leckereien, die das Hikerherz wirklich begehrt (frisches Obst, Gemüse, Käse…)
  • Bob für die Bootsfahrt über den Colorado River zu traumhaften Zeltstellen
  • Trailmagic der Trujillo-Familie, kühles Wasser und Obst in der Wüste – eine echte Oase
  • Cindy und Kerry aus Salmon für die lange Autofahrt zur Umgehung der Waldbrände und das wunderbare Abendessen mit einer ganzen Horde hungriger Hiker bei ihnen zu Hause
  • Donna und Eno von der Vagabond Ranch für ihre Gastfreundschaft und den Hitch zurück zum Trail
  • Nancy für die Reparatur unseres Zeltes in Dubois, sonntags und noch dazu kostenlos
  • Trailangel River Wulf, in dessen Jurte wir in einem weichen Bett mit echten Kopfkissen wie Prinzessinen geschlafen haben
Speedy, Gerry und Jenny
Nita vom Toasterhouse
Bob und seine beiden lieben Hunde
Trailmagic der Tujillofamilie
Riwer Wulf und seine traumhafte Jurte
Cindy (Mitte) aus Salmon
Big Red Ridinghoot
Dreamwalker und Donna von der Vagabondranch

Und DANKE, last but not least, unseren großartigen Sponsoren Globetrotter Frankfurt und Kleine Fluchten in Trier und Darmstadt

Globetrotter Fankfurt
Kleine Fluchten Darmstadt und Kleine Fluchten Trier

für die immer gute, sachkundige Beratung und die tatkräftige Unterstützung der Tour.

 

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