Heimreise und ein Rückblick

Am 28.10 brechen wir von Istanbul zur Heimreise auf. Unsere Route führt, wie schon auf dem Hinweg, wieder durch Bulgarien, Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland. Bereits in Bulgarien kündigt sich der mitteleuropäische Herbst an, mit Nebel und Frost am Morgen. Die zweite Übernachtung ist im ungarischen Szeged, nahe der Grenze zu Serbien. Nieselregen, schauerliche 8 Grad und schon kurz nach 17.00 Uhr ist es stockdunkel. Und es wird stetig kälter. An der Donau nördlich von Melk, wo wir unsere dritte Übernachtung haben, sind es morgens nur frostige 2 Grad. Ach, wären wir doch im sonnig-warmen Istanbul geblieben. Zum Trost gönnen wir uns einen Stadtbummel durch Linz und einen Besuch im 37 Grad warmen Thermalbad von Bad Füssing. Auch entfliehen wir dem grauen Nebel im Donautal und fahren hinauf in den Bayerischen Wald. Dort genießen wir bei strahlendem Sonnenschein und leichten Minusgraden einen schönen Wandertag hoch auf den Dreisesselberg. Nach dem ewigen Autofahren ist die Bewegung in der klaren, kalten Luft eine wahre Wohltat. Aber, man glaubt es kaum, auch hier trifft der friedliche Wanderer auf eine lärmende chinesische Reisegruppe. Und bevor es dann endgültig nach Hause geht, schlendern wir noch einen Vormittag durch die schöne Altstadt von Regensburg. Wenn man sich viel Zeit lässt, ist die Fahrt von der Türkei bis Deutschland dann gar nicht so anstrengend.

Unsere Route durch die Türkei und Georgien in 2019
Unsere Route durch die Türkei und Georgien in 2019

Die langen Kilometer auf der Autobahn lassen genug Muße die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen. Als unser rollendes Heim nach 111 Tagen wieder in Mühltal ankommt, liegen immerhin rund 14.000 Kilometer hinter uns. Unsere erste „große“ Reise mit unserem Bus – schön war’s. Doch es fällt schwer, die einzelnen Eindrücke wachzurufen und zu sortieren. In relativ kurzer Zeit haben wir so viel gesehen, vielleicht sogar zu viel. Die Erlebnissdichte ist per Fahrrad oder zu Fuß deutlich geringer und damit leichter zu verarbeiten. Außerdem ist die ständige Bewegung ein großartiger Ausgleich. Wir sind lernfähig und werden künftig mehr Tage ohne Ortswechsel mehr einbauen. Der große Kaukasus in Georgien ist ein Traum für jeden Naturliebhaber, rückblickend hätten wir uns dort mehr Zeit für Wanderungen nehmen sollen. Und die Türkei ist ein großartiger Mix aus Natur und Kultur. Am besten hat es uns dort im äußersten Südosten gefallen – in Kurdistan, das weit, ursprünglich und „wild“ ist. Am Mittelmeer und in Istanbul war der Massentourismus an den bekannten Sehenswürdigkeiten und Regionen eher abschreckend, obwohl wir ja bereits in der Nachsaison dort waren. Der wahre „Schatz“ des Landes sind aber seine Menschen, die Türken sind die gastfreundlichsten Leute, die uns je auf Reisen begegnet sind.

Nun müssen wir erstmal wieder zu Hause auch mental ankommen und es stehen noch einige Nachbesserungen an unserem Bus an. Unbedingt muss die Bodenfreiheit verbessert werden. Unsere die große Schublade im Heck, in der unser gesamtes Gepäck lagert, bekommt neue Halterungen aus Metall.

Und danach kann es dann wieder los gehen – wer weiß, wohin.

 

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