Etappe Salida – Leadville

Am 11.6. holen wir in der Post unser Paket ab, um unsere Ausrüstung zu ergänzen. Ein Mann fragt uns, ob wir Wanderer wären und ob er uns zum Trail fahren kann. So werden wir exklusiv zum Monarch Pass gefahren. Wir finden es unglaublich, dass einfach jemand eine Stunde Autofahrt auf sich nimmt, nur um total fremden Leuten einen Gefallen zu tun!

124 Kilometer vom Monarch Pass nach Twin Lakes
124 Kilometer vom Monarch Pass nach Twin Lakes

So stehen wir schon früh am Morgen am Pass. Direkt beim Loslaufen fängt die Sehne an meinem linken Schienenbein an zu schmerzen. Im Laufe der nächsten Tage verstärken sich die Beschwerden, so dass ich nur mit vielen Schmerztabletten durch die Gegend humpeln kann.

Der Trail führt durch das große Skigebiet am Monarch Pass, dann über einen hohen Gebirgskamm. Hier weht uns ein sehr starker Wind beinahe vom Weg. Der Panoramablick auf die schroffen Berge ringsum ist großartig. Steil geht es dann lange Zeit bergab zu türkisfarbenen Bergseen, danach steig durch schönen grünen Nadelwald bergauf.

Gebirgsseen beim Monarch Pass

In der Nacht kämpft Sanne mit Mäusen, die sich über die Erdnüsse in unserer Vordertasche vom Rucksack hermachen. Über den steilen Chalk Creek Pass geht es in ein herrliches Hochgebirgstal zu den Hannock Lakes. Dort treffen wir Wanderer, die uns mit Schmerztabletten aushelfen, so dass die Tour gesichert ist. Über die ehemalige Bahntrasse der Southern Pacific laufen wir hoch zum Alpine Tunnel, dann über einen Pass und schließlich tief runter ins Tal und steil wieder hoch zum Tincup Pass, um schließlich ebenso steil zum Mirror Lake abzusteigen. Die Forststraße ist auf dieser Etappe total zerfahren von Geländewagen, die hier aus Spaß durch die Gegend kurven. So stolpern wir über große Felsbrocken und fluchen über die motorisierten “Abenteurer“.

Am nächsten Tag sind wir faul und laufen nur bis zum frühen Nachmittag. Der Texaslake ist einfach zu verlockend. An einer traumhaften Uferstelle schlagen wir unser Zelt auf, faulenzen und baden im See. Die Pause tut außerdem dem defekten Schienenbein gut. Ich kann wieder ohne Tabletten fast schmerzfrei laufen.

Erfrischendes Bad im Texas Lake

In den folgenden beiden Tagen geht es über zwei jeweils ca. 3.800 m hohe Pässe, beeindruckende Gebirgskessel und durch wunderbare Täler bis Twin Lakes.

Die steilen Schnee-Felder auf den Passhöhen rutschen wir auf dem Po herunter. Das geht viel schneller als zu laufen, gibt aber eine nasse Hose.

Blick zurück ins Tal und zum Pass

Von Twin Lakes lassen wir uns im Auto bis zum 36 km entfernten Leadville mitnehmen, wo wir in einem Hostel übernachten, duschen, unsere verschwitzten Sachen waschen und abends eine gigantische Pizza genießen.

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