Strand bei der Gentle Annie an der Mündung des Mokihinui Rivers, Neuseeland Südinsel

Arthur’s Pass und Westküste bei Karamea

Vor einer Woche sind wir mit dem Linienbus von Greymouth an der Westküste Neuseelands über Arthur’s Pass nach Christchurch an die Ostküste gefahren. Auf der sehr steilen Pass-Straße war uns einfach zuviel Verkehr für eine Überquerung der neuseeländischen Alpen mit den Fahrrädern. Da die Bahnlinie zwischen den beiden Städten Christchurch und Greymouth zur Zeit unterbrochen ist, wird der gesamte Güterverkehr vorübergehend über die Straße abgewickelt. Entsprechend viel Schwerlastverkehr herrscht daher zur Zeit. In einem Abschnitt hat die Straße eine Steigung von sagenhaften 16%. Da wollten wir nicht schiebend und ohne Seitenstreifen zwischen den mit dem Anstieg kämpfenden Dinosauriern der Landstraße hängen. Nach über 5.600 Kilometern im Sattel haben wir also unsere Radlertour beendet. Über die Monate ist das Radfahren zu einem elementaren und lieben Bestandteil unseres Alltags geworden, so dass uns diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist.

In Christchurch haben wir zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Neuseeland nochmals ein Auto gemietet und fahren wieder einige Bereiche ab, die wir mit dem Rad nur mit großer Mühe erreicht hätten.

Zuerst ging es von Christchurch zurück zu Arthur’s Pass, dort sind wir zwei Tage in den Bergen bei herrlichem Wetter gewandert.

Zur Zeit sitzen wir an der Westküste nördlich von Westport eine Schlechtwetterphase aus. Wir haben den wunderbaren Campingplatz Gentle Annie entdeckt. Er liegt unmittelbar an der Mündung des Mokihinui Rivers ins Meer. Gleich hinter dem Platz erheben sich steil die von dichtem Regenwald bewachsenen Hänge der neuseeländischen Alpen. Dort regnen sich gerade die von Westen kommenden und fast bis auf Meereshöhe hängenden Wolken ab. Seit zwei Tagen haben wir quasi Dauerregen. Gut, dass der Campingplatz einen urigen, bequemen Aufenthaltsraum hat. Vom überdachten Außenbereich blicken wir auf die von Regenwolken eingekleideten Berge und hören die Wellen des Meeres rauschen. Ein sehr schönes Bild geben die Palmen und Farmbäume im Nebel. Während einer kurzen Regenpause sind wir ein Stück entlang der tropischen Steilküste gewandert.

Für die nächsten Tage verspricht der Wetterbericht aber viel Sonnenschein. Wir werden bis zum nördlichen Ende der Straße nach Karamea fahren und dort etwas wandern. Vielleicht erkunden wir ein Teilstück des Heaphy Tracks über den Sandstrand entlang der Küste, besuchen die Sandsteinformationen des Oparara Basins und die Höhlen im dichten Fenian-Regenwald. Dann geht es zurück entlang der Westküste zu den bekannten Pancake Rocks. Schließlich bleiben uns noch etwa drei Tage für eine Rundfahrt über die Akaroa Halbinsel bei Christchurch.

Am 25.03.2017 startet dann schon unser Flugzeug nach Frankfurt. Ein Taxi für unseren Transport mit den Rädern nach Mühltal ist auch schon gebucht. In großen Schritten rückt damit das Ende unserer fünfmonatigen Tour durch Neuseeland näher. Wir können nicht glauben, wie schnell diese zuerst scheinbar endlose Zeit in diesem wunderschönen Land vergangen ist. Uns graut schon vor den 29 Stunden dauernden Rückflug. Auch werden wir uns wohl erst wieder an ein „geordnetes“ Leben im hektischen Deutschland gewöhnen müssen.

Wandern am Arthur's Pass, Neuseeland Südinsel
Wandern am Arthur’s Pass
Höhle im Fenian-Regenwald, Neuseeland Südinsel
Höhle im Fenian-Regenwald

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